Sportwetten in Österreich 2026: Was die Bundesländer-Bewilligung ändert und was die Wettgebühr kostet
Inhaltsverzeichnis
Österreich spaltet das Sportwettengeschäft in neun Rechtskreise auf, kassiert seit dem 1. April 2025 fünf Prozent vom Einsatz und hat trotzdem weder eine nationale Lizenzliste noch eine bundesweite Sperrdatei. Wer hier wettet, bekommt das in den Bedingungen der Anbieter zu spüren — und genau deshalb lohnt sich der Blick darauf, bevor ein Wettschein abgegeben wird. Stand: 30 Oktober 2026, geprüft gegen die Angaben der Betreiber und die geltenden Wettgesetze der Bundesländer.
Die zehn getesteten Wettanbieter im Überblick
Wer in Österreich Sportwetten platzieren will, findet kein zentrales Register und keine einheitliche Bewilligungsbehörde. Die Landesgesetze der neun Bundesländer entscheiden, wer überhaupt Wetten anbieten darf. Die folgende Tabelle trennt deshalb zwei Gruppen: Anbieter, deren Betreiber eine Landesbewilligung nennt, und Marken ohne österreichische Bewilligung, die in Österreich verfügbar sind, deren rechtliche Stellung aber vom jeweiligen Land abhängt. Eine Spalte „sicher“ gibt es bewusst nicht — weder die eine noch die andere Seite ist das per Definition.
| Anbieter | Österreichische Bewilligung | Genannte Lizenz / Betreiber |
|---|---|---|
| tipp3 | Bewilligung | NÖ Landesregierung, NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid 10.12.2020 — Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. |
| win2day (Sportwetten) | Bewilligung | NÖ Landesregierung, NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) — Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH |
| Starsportwetten | Bewilligung | Bescheid 08.03.2022, Bundesland und Aktenzahl nicht veröffentlicht — Star Sportwetten GmbH |
| Vierklee | Bewilligung | Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0 — Vierklee Wettbüro GmbH |
| Admiral | Bewilligung | OÖ Landesregierung, Oö. Wettgesetz — ADMIRAL Sportwetten GmbH |
| Merkur Bets | Bewilligung | Bewilligung eines Bundeslandes (nicht veröffentlicht), vormals Cashpoint |
| 20Bet | ohne österreichische Bewilligung | Anjouan Gaming Board, ALSI-202505033-FI2 — Lumora Digital Lt. |
| Drakaris | ohne österreichische Bewilligung | Tobique Gaming Commission, Nr. 0000002 — Novatrix SRL |
| 888sport | ohne österreichische Bewilligung | Gibraltar (Evoke plc) |
| Winz.io | ohne österreichische Bewilligung | Tobique Gaming Commission 0000002 und Anjouan ALSI-202508056-FI2 |
Die Trennung der beiden Gruppen ist die erste Lektion der Seite: Mit oder ohne Landesausweis ändert sich, wer in Österreich überhaupt Beschwerdestelle ist, ob die österreichische Selbstsperre greift und welche Limits gelten. Welche Anbieter im Detail passen, zeigen die ausführlichen Anbieter-Beschreibungen — die Tabelle ist die Landkarte, nicht das Urteil.

Was in Österreich „Wetten“ überhaupt bedeutet
Sportwetten sind hierzulande kein Glücksspiel im bundesrechtlichen Sinn. Der Verwaltungsgerichtshof hat die klassische Sportwette schon 2015 als Geschicklichkeitsspiel außerhalb des Glücksspielgesetzes eingestuft. Genau deshalb gibt es keine bundesweite Konzession, keine zentrale Aufsicht und kein nationales Register. Was es gibt, sind neun Landesgesetze mit jeweils eigener Behörde. tipp3 beruft sich auf das niederösterreichische Wettgesetz, win2day ebenfalls, Admiral auf das oberösterreichische, Vierklee auf das Tiroler Gesetz. Welche Behörde den jeweiligen Bescheid erteilt hat, ist die Information, die zählt — nicht das Logo auf der Startseite.
Diese Aufspaltung hat praktische Folgen. Wer in Wien wettet, spielt nach dem Wr. Wettengesetz; wer in Oberösterreich wettet, nach dem oberösterreichischen. Was erlaubt ist, unterscheidet sich: Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich nur auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse sowie „wer schießt als Nächstes“. Der maximale Einsatz pro Wette ist in Oberösterreich und Niederösterreich bei 500 €, an Wiener Terminals ohne Counter bei 50 € pro Schein. Wer in einem anderen Bundesland online wettet, hat keinen allgemein gültigen Einsatzdeckel — zumindest ist keiner durch ein Gesetz dokumentiert.
Quote, Auszahlungsanteil und Marge — was eine Wette wirklich kostet
Eine Quote ist nie der Nettogewinn, sondern immer der Bruttobetrag, den der Anbieter für jeden Einsatz Euro zurückzahlt, wenn die Wette sitzt. Eine Quote von 2,10 bedeutet 2,10 € Brutto für 1 € Einsatz. Bei der 1X2-Wette auf ein Fußballspiel stehen sich immer zwei, drei oder mehr Seiten gegenüber, und die Quoten spiegeln die Wahrscheinlichkeit aus Sicht des Buchmachers. Multipliziert man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, ergibt die Summe nicht 100 %, sondern etwas darüber — typischerweise 105 bis 107 Prozent. Die Differenz ist die Marge: das, was der Anbieter im Schnitt von jedem Euro Einsatz behält.
Rechenbeispiel: Angenommen wird ein Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1,90. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,95, also 95 %. Die Marge ist 5 %, der Buchmacher behält von jedem Euro Einsatz fünf Cent im Schnitt. Bei Quoten 1,80 / 1,80 sinkt die Auszahlungsquote auf rund 90,5 %, die Marge steigt auf etwa 9,5 %. Bei Quoten 2,00 / 2,00 landet man bei 100 % — keine Marge, was in der Praxis selten vorkommt, weil der Anbieter dann nichts verdient. Die Marge ist also umso kleiner, je näher die Quoten an der mathematischen Wahrscheinlichkeit sind, und sie schwankt von Markt zu Markt. Eine 1,90/1,90-Konstruktion auf einem ausgeglichenen Tennis-Match ist für den Anbieter sehr mager; dieselbe Konstruktion auf einem Außenseiter ist riskant, weshalb dort die Margen meist höher liegen.
Was die Wettgebühr 5 % konkret ändert
Seit dem 1. April 2025 wird in Österreich auf jeden Einsatz auf Sportwetten eine Wettgebühr von 5 % fällig. Die Rechtsgrundlage ist § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 des Gebührengesetzes in der Fassung von BGBl. I Nr. 7/2025. Davor lag der Satz bei 2 %. Die Gebühr schuldet, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt — also der Anbieter, nicht der Wettkunde. Wie der Anbieter das weiterreicht, entscheidet er selbst.
tipp3 handhabt das transparent: Wer verliert, dem wird die Gebühr nicht abgezogen, der Anbieter trägt sie. Wer gewinnt, dem werden 5 % vom Gewinn abgezogen. Das Beispiel des Betreibers: 10 € Einsatz, Quote 2,00, Bruttogewinn 20 €, Gebühr 1 €, möglicher Gewinn 19 €. Cash-Out-Gewinne sowie Gewinne aus „Ja/Nein“- und „Alle 7“-Wetten sind vom Abzug ausgenommen. Bei einem Anbieter, der die Gebühr in die Quote einpreist, sieht das anders aus: Die Quote 1,90 wird zu 1,805, und der Kunde merkt nur, dass sein Bruttogewinn sinkt. Beide Wege führen zum selben Effekt — der Anbieter versucht, sie zu internalisieren, der Kunde trägt sie. Ob sie tatsächlich überwälzt wird, hängt vom Anbieter ab, und nur dort, wo er es selbst beschreibt, lässt es sich nachvollziehen.
Wer mit einem ausländischen Anbieter wettet, der seinen Sitz nicht in Österreich hat, zahlt die österreichische Wettgebühr trotzdem, wenn die Wette von Österreich aus platziert wird. Der Bundesfinanzhof hat eine Beschwerde gegen die Erhebung der Gebühr im Mai 2026 abgewiesen. Die Entrichtung der Gebühr ist allerdings kein Beleg dafür, dass der Anbieter eine österreichische Bewilligung hat — sie ist eine Verkehrsteuer, kein Gütesiegel.
Limits, Wettscheine und Mindestquoten im Alltag
Bei tipp3 darf man eine Einzelwette erst ab Quote 1,06 abgeben — niedrigere Quoten sind nur in Kombi- oder Systemwetten erlaubt. Eine Kombiwette verbindet dort drei bis zehn Tipps, das System rechnet mehrere Varianten parallel. Wer mit kleineren Quoten spielen will, muss also kombinieren oder den Anbieter wechseln. Bei win2day liegt das wöchentliche Einzahlungslimit für unter 26-Jährige bei 250 €, ab 26 Jahren bei 1.680 € pro Kalendermonat. Bei tipp3 sind 1.950 € Einzahlung pro Woche möglich, das wöchentliche Verlustlimit maximal 5.000 €, der Einsatz pro Tag höchstens 10.000 €.
Ein Limit und „Dach“ sind in diesem Markt zwei verschiedene Dinge. Eine Einzahlungsgrenze betrifft den Geldfluss aufs Wettkonto; eine Einsatzgrenze betrifft das Geld auf dem Schein; eine Verlustgrenze betrifft das, was am Ende einer Woche fehlt. Wer auf sein Eigenkapital achtet, achtet auf das Verlustlimit. Wer auf sein Konto achtet, achtet auf das Einzahlungslimit. Beide Hebel hat tipp3 im Kundenprofil, Limit-Erhöhungen greifen dort erst nach 72 Stunden, Herabsetzungen sofort. Diese Sperrfrist ist Absicht: Sie nimmt dem Spieler die Möglichkeit, in einer emotionalen Minute das Limit hochzudrehen, und gibt ihm eine Bedenkzeit. Das ist einer der wenigen Mechanismen, die wirklich gegen das eigene Verhalten schützen — und einer, der in den meisten österreichischen Bedienungsanleitungen stillschweigend mitläuft.
Lizenz und Recht: Was die Bundesländer regeln — und was nicht
Sportwetten sind nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs kein Glücksspiel, deshalb fallen sie nicht unter das Glücksspielgesetz (GSpG). Sie fallen unter die Wettgesetze der Bundesländer. Jedes Land hat seine eigene Behörde, sein eigenes Verfahren und seine eigene Definition, was genau als Wette gilt. Das bedeutet konkret: Was in Wien erlaubt ist, kann in Oberösterreich eingeschränkt sein. Was in Tirol toleriert wird, kann in Niederösterreich anders beurteilt werden. Wer mit welchem Bundesland wettet, sollte wissen, dass die Spielregeln nicht überall identisch sind.
Die wichtigsten Folgen für Spieler: Es gibt keine nationale Sperrdatei für Sportwetten. Eine Selbstsperre bei tipp3 erfasst nicht auch Winz. Eine Selbstsperre in Wien hat nach dem Wr. Wettengesetz eine Mindestdauer von zwei Jahren, bevor sie aufgehoben werden kann — andere Länder handhaben das anders. Es gibt kein bundesweites Einzahlungslimit. Es gibt keine bundesweite Werbebeschränkung. Es gibt keine zentrale Beschwerdestelle. Das Glücksspielreformgesetz 2026, das zum Stand 14.10.2026 noch als Gesetzesentwurf vorliegt, schafft ein Sperrregister und ein Limitregister für das GSpG-Glücksspiel; Sportwetten sind in beiden nicht enthalten.
Was sich derzeit auf nationaler Ebene bewegt, ist die Wettgebühr. Die Gebühr ist ein fiskalisches Instrument, kein Regulierungsinstrument: Sie bringt Geld in die Staatskasse, ohne den Markt zu ordnen. Das unterscheidet sie von der deutschen Wettsteuer, die viele Buchmacher über die Quoten internalisieren, oder von der Schweizer Spielbankenabgabe. Die österreichische Wettgebühr wird auf jedem Einsatz erhoben, gleichgültig ob der Anbieter eine österreichische Bewilligung hat oder nicht, solange die Wette von Österreich ausgelöst wird. Wer die Gebühr entrichtet, hat damit keinen Beleg für eine Lizenz; wer sie nicht entrichtet, ist nicht zwangsläufig illegal — die Gebührentatbestände knüpfen an den Sitz des Vermittlers.
Was in den Bundesländern geregelt ist — und wo es Lücken gibt
| Bundesland | Bewilligungsbehörde | Wesentliche Regelung für Spieler |
|---|---|---|
| Niederösterreich | Amt der NÖ Landesregierung | NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020); max. Einsatz 500 € pro Wette |
| Oberösterreich | OÖ Landesregierung | Oö. Wettgesetz; max. Einsatz 500 € pro Wette; Livewetten auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse sowie „wer schießt als Nächstes“ |
| Wien | Magistrat der Stadt Wien | Wr. Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016); Livewetten auf Teilergebnisse oder Endergebnis; 50 € pro Schein an Terminals ohne Counter |
| Tirol | Amt der Tiroler Landesregierung | Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz |
| Steiermark, Kärnten, Salzburg, Burgenland, Vorarlberg | jeweilige Landesregierung | jeweils eigenes Wettgesetz; Detailregelungen (Einsatzdeckel, Livewetten) im Einzelfall zu prüfen |
Diese Übersicht ist bewusst unvollständig. Für Steiermark, Kärnten, Salzburg, Burgenland und Vorarlberg sind die Wettgesetze ebenfalls einschlägig, ihre konkreten Einsatz- und Livewetten-Regeln aber nicht in jedem Punkt zentral dokumentiert. Wer dort wettet, sollte das Wettgesetz seines Bundeslandes lesen oder beim Anbieter nachfragen, welche Limits und Live-Märkte konkret freigeschaltet sind.
Was „legal“ und „illegal“ wirklich heißt
Die Frage, ob ein Anbieter „legal“ ist, hat in dieser Marktstruktur keine einfache Antwort. Eine Marke, die eine niederösterreichische Bewilligung nennt, ist für Wetten aus Österreich grundsätzlich zugänglich — sie hat den Weg durch das jeweilige Landesgesetz genommen. Eine Marke, die keine österreichische Bewilligung nennt, fällt in eine Grauzone: Sie kann vom Ausland aus Wetten an österreichische Kunden vermitteln, ohne eine österreichische Behörde zu fragen, solange sie nicht in den Anwendungsbereich des jeweiligen Landesgesetzes fällt. Ob sie das tut, hängt davon ab, von wo aus sie ihre Daten bereitstellt — und genau diese Frage hat der Verwaltungsgerichtshof im April 2026 nochmals bejaht: Der Serverstandort ist der Anker.
Die Konsequenz für den Spieler: Wer bei einem Anbieter ohne österreichische Bewilligung wettet, hat keine österreichische Beschwerdestelle. Wer glaubt, falsch behandelt worden zu sein, muss sich an die Lizenzbehörde des Anbieters wenden — Anjouan, Tobique, Malta, Gibraltar. Diese Behörden sind nicht unbedingt untätig, aber sie sind nicht österreichisch. Wer glaubt, dasselbe Problem mit einem österreichischen Anbieter zu haben, kann sich an die jeweilige Landesregierung wenden — und tut das auch. Beide Wege sind gangbar, aber sie sind nicht gleich weit.
Spielerschutz: Was die Anbieter selbst vorgeben — und was fehlt
Es gibt in Österreich keine bundesweite Sperrdatei für Sportwetten. Was es gibt, sind die Limits und Sperren, die jeder Anbieter in seinen Bedingungen selbst festlegt. tipp3 etwa bietet eine Spielpause von einem, drei oder sechs Monaten, das Guthaben bleibt auf dem Konto, und eine Selbstsperre von einem, zwei oder drei Jahren, das Guthaben wird aufs verknüpfte Bankkonto ausgezahlt. Beide sind nach dem Start nicht aufhebbar. win2day hat die in den vorangegangenen Abschnitten beschriebenen Einzahlungslimits: 250 € pro Woche für unter 26-Jährige, 1.680 € pro Monat ab 26, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit.

Was im Markt fehlt, ist eine zentrale Anlaufstelle. Wer bei Anbieter A spielt und dort gesperrt ist, kann bei Anbieter B ein Konto eröffnen und weiterspielen — wenn Anbieter B nicht ohnehin eine eigene Sperre verhängt. Es gibt keine bundesweite Identitätsprüfung im Sinne einer Sperrdatei, die das verhindert. Der Glücksspielreformgesetz-Entwurf 2026 sieht eine Sperrdatei für das GSpG-Glücksspiel vor, also für Lotterien und Spielbanken — Sportwetten sind außen vor. Solange der Entwurf nicht beschlossen ist, bleibt der Spielerschutz eine Sache der einzelnen Anbieter.
Was die Altersgrenze angeht, gilt in Wien und Oberösterreich 18 Jahre, die Betreiber selbst geben es in der Regel ebenfalls so an. tipp3 etwa gibt an, dass die Volljährigkeit systemtechnisch vorgegeben wird. Wer unter 18 ist, hat schlicht kein Konto. Bei ausländischen Anbietern ist die Altersgrenze deren Sache, und die reicht oft tiefer als 18. Das ist ein Punkt, an dem die Gruppe der „ohne österreichische Bewilligung“ ihre eigenen Regeln mitbringt.
Wer professionelle Hilfe sucht, findet sie nicht beim Buchmacher. Die Anlaufstelle für problemspieler in Österreich ist die Seite des Sozialministeriums und die Anbieter wie die Spielsuchthilfe. Hilfsangebote sind über die jeweiligen Landesstellen erreichbar, eine zentrale Telefonnummer gibt es nicht für jeden Bereich.
Boni, Gratiswetten und Aktionen: Was sie kosten — und was sie bringen
Jedes Neukundenangebot eines österreichischen oder für österreichische Kunden verfügbaren Buchmachers ist eine freiwillige Betreiberbedingung. Es gibt kein Gesetz, das Boni oder Gratiswetten regelt, keine Mindeststandards, keine Pflichtangaben. Was ein Anbieter verspricht, ist an die Aktionsbedingungen geknüpft, und die Aktionsbedingungen entscheiden, was vom Bonus tatsächlich beim Kunden ankommt.
Wer einen Bonus einlöst, sollte auf drei Dinge achten: den Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist. Der Umsatzfaktor sagt, wie oft der Bonusbetrag oder der Bonus plus Einzahlung durchgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Eine 5-fache Umsetzung eines 100-€-Bonus bedeutet 500 € Einsatz, der durch die Bedingungen freigespielt werden muss. Die Mindestquote sagt, welche Wetten zählen: Oft sind Einzelwetten ab Quote 1,50 oder Kombiwetten mit Quote 1,80 pro Auswahl üblich. Wetten unter der Mindestquote zählen nicht zum Umsatz. Die Frist setzt, innerhalb welcher Zeit der Umsatz erbracht sein muss; 30, 60 oder 90 Tage sind üblich.
Was das in Euro bedeutet, lässt sich an einem Beispiel durchrechnen: 100 € Bonus, 5-facher Umsatz, Mindestquote 1,80, Frist 90 Tage. Der Spieler muss 500 € Einsatz mit Quote ≥ 1,80 platzieren, und zwar innerhalb von 90 Tagen. Bei einer angenommenen Marge von 6 % auf diesen Wetten ist der erwartete Verlust 30 €. Bei einer Marge von 8 % sind es 40 €. Wer also „100 € gratis“ bekommt, setzt im Schnitt 30 bis 40 € davon wieder ein, um an die Auszahlung zu kommen. Gratis ist relativ.
Eine Gratiswette (Free Bet) ist ein Sonderfall. Ihr Einsatz wird im Erfolgsfall oft nicht zurückgezahlt: Wer eine 10-€-Gratiswette auf Quote 3,00 platziert und gewinnt, bekommt nicht 30 € zurück, sondern nur 20 € Gewinn, weil der 10-€-Einsatz als „verbraucht“ gilt. Der Wert einer Gratiswette ist Einsatz × (Quote − 1) × Auszahlungsquote des Marktes. Bei einer 10-€-Free Bet auf Quote 3,00 und einer Auszahlungsquote von 95 % wären das 10 × 2 × 0,95 = 19 €. Das ist nicht der Gewinn im Einzelfall, sondern der statistische Erwartungswert. Gratiswetten sind also kein Geschenk; sie sind ein erwarteter Wert unter einer Quote, die der Anbieter selbst festlegt.
Eine „risikofreie Wette“ ist meist eine Gratiswette, die als „Cashback“ beschrieben wird. Sie wird im Gewinnfall zur echten Auszahlung, im Verlustfall zur Gratiswette — und die Gratiswette unterliegt denselben Regeln wie jede andere. Wer eine risikofreie Wette bewertet, sollte sie als Gratiswette bewerten, nicht als Cashback.
Wer sich Aktionsbedingungen vor Augen führt, sollte auch auf die Liste der ausgeschlossenen Märkte achten: Cash-Out, Livewetten, Systemwetten, asiatische Handicaps und Wetten auf Ereignisse mit Quote 1,00 bis 1,30 zählen oft nicht. Was als „Aktion“ angekündigt wird, ist häufig die Kombination aus Bonus, erlaubten Märkten, Mindestquote und Frist — und der Wert dieser Kombination ist nur sichtbar, wenn man alle vier liest.
Was die Anbieter im Detail bieten
Die folgenden Abschnitte gehen die zehn getesteten Anbieter einzeln durch. Die Reihenfolge folgt dem Block aus dem Überblick: zuerst die Anbieter mit ausgewiesener Landesbewilligung, dann die Marken ohne österreichische Bewilligung. Jeder Abschnitt endet auf einem Urteil, das sich aus den Bedingungen ergibt, nicht aus dem Marketing.
tipp3
tipp3 ist das Flaggschiff der heimischen Wettszene. Betrieben wird es von der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H., die 2000 gegründet wurde und ihren Sitz in Wien hat. Die Bewilligung beruht auf dem niederösterreichischen Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) mit Bescheid vom 10.12.2020 (Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020). Wer in Österreich wettet, ist hier beim Anbieter mit der längsten Historie und der breitesten Annahmestellenstruktur: Laut eigener Angabe gibt es über 3.600 tipp3-Annahmestellen österreichweit, ergänzt durch die Trafik-App und das Online-Angebot auf Tipp3.at. Die Aufsicht über die Annahmestellen führen je nach Standort die jeweilige Landesregierung oder in Wien der Magistrat.
Bei tipp3 ist die Behandlung der Wettgebühr offen: Bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die Gebühr, bei gewonnenen werden 5 % vom Gewinn abgezogen. Cash-Out-Gewinne sind vom Abzug ausgenommen. Wer also über Cash-Out aussteigt, bekommt den ausgewiesenen Betrag ohne 5-Prozent-Abzug. Das ist eine vergleichsweise kundenfreundliche Lösung. Bei den Limits ist tipp3 transparent: bis zu 1.950 € Einzahlung pro Woche, bis zu 10.000 € Einsatz pro Tag, bis zu 5.000 € Verlust pro Woche. Limit-Erhöhungen greifen erst nach 72 Stunden, Herabsetzungen sofort. Die Selbstsperre ist mit einem, zwei oder drei Jahren möglich, die Spielpause mit einem, drei oder sechs Monaten, beide sind nicht aufhebbar. Wetten sind ab 18 möglich.
tipp3 erlaubt Einzelwetten erst ab Quote 1,06 und erlaubt Kombiwetten mit 3 bis 10 Tipps. Das ist eine kleine Hürde, weil sie untere Quoten aussperrt — aber sie schützt den Wettkunden vor sich selbst, wenn er auf Favoriten mit Quote 1,03 setzen will. Bei den Boni bietet tipp3 Aktionen an, die sich nach Saison und Event richten; die genauen Bedingungen sind auf der Aktionsseite zu finden. Wer tipp3 nutzt, bekommt einen Anbieter mit voller österreichischer Bewilligung, klarer Gebührenbehandlung und der dichtesten Annahmestellenstruktur des Landes. Für wen der Anbieter passt: Wer den Wettschein in der Trafik abgeben will, wer die österreichische Selbstsperre ernst nimmt und wer auf Nummer sicher gehen will, dass die Gebühr offen ausgewiesen ist. Das ist genau die Sorte Wettkunde, für die tipp3 gemacht ist.
win2day
win2day ist die Sportwetten-Erweiterung der Österreichischen Lotterien. Die Plattform bietet Lotterie, Casino und Sportwetten an, aber nur die Sportwetten beruhen auf einer Landesbewilligung nach dem NÖ Wettgesetz — Lotterie und Casino laufen unter der bundesrechtlichen GSpG-Konzession. Wer dort wettet, sollte im Kopf behalten, dass es sich um zwei unterschiedliche Regime handelt. Der Betreiber der Sportwetten ist laut Wettordnung die Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH, mit derselben Bescheidnummer wie tipp3 (IVW1-Wett-47/001-2020). Die Seite gibt ausdrücklich an, dass das Angebot nicht unter das Glücksspielgesetz fällt.
Bei den Einzahlungslimits unterscheidet win2day zwischen Altersgruppen: Unter 26 Jahren liegt das Limit bei 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren bei 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag können diese Limits erhöht werden. Gewinne zählen nicht zum Limit. Das ist eine ungewöhnliche Staffelung und geht in Richtung Jugendschutz, weil junge Erwachsene strenger limitiert werden. Wer also mit 22 ein Konto eröffnet, hat eine deutlich engere finanzielle Decke als mit 28.
Bei den Spielerschutzmaßnahmen orientiert sich win2day am eigenen Regelwerk; konkrete Werte sind in der Wettordnung dokumentiert. Bei den Märkten ist win2day eher schmaler aufgestellt als tipp3, was typisch für eine Lotto-Plattform mit angeschlossenem Wettenprodukt ist. Wer dort wettet, bekommt eine seriöse, in Österreich vollständig regulierte Plattform, die allerdings primär als Lotterieanbieter gedacht ist. Für wen der Anbieter passt: Wer Lotto und Sportwetten auf einer Plattform kombinieren will, wer die strengeren Limits für unter 26-Jährige akzeptiert oder wer ohnehin schon Lotto-Kunde ist. Für reine Sportwetter ist tipp3 oder Admiral meist die breitere Wahl.
Starsportwetten
Starsportwetten gehört zur Starbet24 GmbH. Der Google-Play-Eintrag der App spricht von einem Bescheid vom 8. März 2022, mit dem die Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erhalten hat. Welches Bundesland den Bescheid erteilt hat und welche Aktenzahl er trägt, veröffentlicht der Betreiber nicht. Das ist einer der Punkte, an dem die heimische Wettlandschaft unübersichtlich wird: Die Bewilligung existiert, aber wer sie nachlesen will, hat es schwer.
Die Plattform selbst ist eher nischig. Sie zielt auf Wettkunden mit Fokus auf stationäre Spielstätten, und ihr Online-Auftritt ist entsprechend schlanker als der von Admiral oder tipp3. Wer Starsportwetten nutzt, bekommt eine kleine, aber bewilligte Marke. Für wen der Anbieter passt: Wer eine Wettkneipe sucht, die zur Star-Gruppe gehört, oder wer eine kleinere Plattform mit österreichischer Lizenz bevorzugt. Für wen der Anbieter nicht passt: Wer eine breite Vorauswahl an Ligen und Märkten braucht — da spielen Admiral und tipp3 in einer anderen Liga.
Vierklee
Vierklee ist die Info- und Buchungsseite des gleichnamigen Tiroler Wettanbieters. Das Impressum nennt die Lizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung, als anwendbare Rechtsvorschrift gilt das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Der Anbieter ist somit klar im Tiroler Recht verankert, und die Plattform richtet sich eher an Westösterreich.
Die Startseite kündigt einen Neukundenbonus von bis zu 100 € an, ohne die Bedingungen ins Detail zu gehen. Das ist ein Punkt, an dem „bis zu“ besonders vage ist: Wer 100 € will, muss vermutlich 100 € einzahlen, und der Bonus ist an Bedingungen geknüpft, die auf der Aktionsseite stehen. Vierklee zählt zu den Anbietern mit physischem Terminal-Netz in Tirol und Umgebung und einem Online-Angebot, das eher regional positioniert ist. Für wen der Anbieter passt: Wer in Westösterreich lebt und einen regional verankerten Anbieter mit klarer Lizenz sucht. Für wen nicht: Wer maximale Marktbreite und höchste Quoten erwartet — da ist Vierklee eher Mittelmaß.
Admiral
Admiral ist einer der Platzhirsche der österreichischen Wettszene. Die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen gehörte zur Novomatic-Gruppe, das Unternehmen wurde von Walter Grubmüller gegründet und war von 2001 bis 2006 an der Wiener Börse notiert. Die Bewilligung beruht auf dem oberösterreichischen Wettgesetz. Admiral hat über Jahrzehnte ein dichtes Netz an Wettannahmestellen aufgebaut und betreibt zusätzlich ein Online-Angebot.
Die Plattform zählt zu den reichweitenstärksten in Österreich, was Marktbreite und Livewetten angeht. Admiral verbindet stationäre Präsenz mit einem soliden Online-Auftritt. Die Bewilligung ist im Oö. Wettgesetz verankert, was eine österreichische Regulierung sicherstellt. Für wen der Anbieter passt: Wer den Wettschein klassisch im Wettlokal abgeben will, wer eine dichte Online-Plattform mit österreichischer Lizenz sucht und wer auf Marken mit langer Historie Wert legt. Für wen nicht: Wer gezielt nach besonders niedrigen Margen oder ungewöhnlichen Märkten sucht — die Auszahlungsquoten von Admiral liegen in einer normalen Bandbreite.
Merkur Bets
Merkur Bets ist die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, früher Cashpoint mit Sitz in Gerasdorf bei Wien. Im Juni 2025 wurde das Angebot von Cashpoint auf Merkur Bets ummarkiert. Damit gehört die Marke zur internationalen Merkur-Gruppe und positioniert sich im österreichischen Markt als etablierter Anbieter mit regionaler Verwurzelung.
Welche Landesbewilligung Merkur Bets genau führt, ist auf der öffentlichen Seite nicht eindeutig dokumentiert. Die Eintragung als österreichische Marke ist gegeben, der Markenwechsel im Juni 2025 hat die Plattform neu positioniert. Wer dort spielt, sollte die Lizenzangaben direkt beim Anbieter prüfen. Für wen der Anbieter passt: Wer einen österreichischen Marktführer mit internationalem Hintergrund sucht, der nach dem Markenwechsel mit neuen Aktionen und eventuell veränderten Bedingungen antritt. Für wen nicht: Wer absolute Stabilität ohne Markenwechsel möchte — Cashpoint-Kunden müssen sich an den neuen Namen gewöhnen.
20Bet
20Bet wird von Lumora Digital Lt. betrieben und ist seit 2020 am Markt. Die Lizenz, die der Anbieter selbst nennt, ist die des Anjouan Gaming Boards (ALSI-202505033-FI2). Eine österreichische Bewilligung liegt nicht vor. Damit fällt 20Bet in die Gruppe der Anbieter ohne österreichische Lizenz, und die Frage, ob ein österreichischer Kunde dort legal wettet, hängt vom jeweiligen Land ab und ist nicht pauschal zu beantworten.
Die Plattform ist international ausgerichtet, der Sportwetten-Bereich ist breit, und 20Bet wirbt mit verschiedenen Boni und Aktionen. Wer dort einzahlt, sollte im Kopf behalten, dass eine Anjouan-Lizenz keine österreichische Aufsicht ist, eine Beschwerde bei einer österreichischen Behörde nicht greift und die Spielsucht-Sperre bei einem österreichischen Anbieter hier nicht zieht. Für wen der Anbieter passt: Wer internationale Wettmärkte und ein breiteres Angebot sucht als ein österreichischer Regionalanbieter es bietet, und wer bewusst eine ausländische Lizenz akzeptiert. Für wen nicht: Wer auf österreichische Regulierung und lokale Spielsuchthilfe Wert legt — beides hat 20Bet nicht.
Drakaris
Drakaris ist ein Anbieter mit Costa-Rica-Sitz und Tobique-Lizenz. Betrieben wird die Seite von der Novatrix SRL mit Firmennummer 3-102-893958 (Cartago, Oreamuno), die offizielle Sprache der Seite ist Englisch, die AGB sind seit 12.06.2025 in Kraft. Die Tobique Gaming Commission ist keine österreichische Lizenzbehörde.
Die Plattform positioniert sich eher am unteren Rand des Marktes, mit Fokus auf Kryptowährungen und internationale Wettmärkte. Wer dort einzahlt, sollte sich klarmachen, dass die Plattform eine englischsprachige Oberfläche hat, die AGB englischsprachig sind, und eine Beschwerdestelle in Costa Rica oder Tobique liegt. Für wen der Anbieter passt: Wer gezielt nach Krypto-Sportwetten sucht und eine englische Oberfläche akzeptiert. Für wen nicht: Wer einen deutschsprachigen Service, österreichische Regulierung und klare Schutzmechanismen erwartet — das ist nicht das Angebot von Drakaris.
888sport
888sport gehört zur Evoke plc (früher 888 Holdings), mit Sitz in Gibraltar und Notierung an der London Stock Exchange unter dem Kürzel EVOK. Die Glücksspiellizenz stammt aus Gibraltar, eine österreichische Bewilligung wird nicht genannt. Damit ist 888sport ein klassischer Vertreter der Gruppe „ohne österreichische Bewilligung“, und die Frage nach der Legalität aus österreichischer Sicht hängt vom Land ab.
888sport ist eine etablierte internationale Marke mit breitem Wettangebot, starker Livewetten-Plattform und einer Reihe von Aktionen. Wer dort spielt, hat Zugang zu einem reichweitenstarken Wettprodukt, aber ohne österreichische Aufsicht. Für wen der Anbieter passt: Wer eine international etablierte Marke mit großer Marktbreite sucht und die fehlende österreichische Lizenz bewusst akzeptiert. Für wen nicht: Wer österreichische Regulierung und Spielsuchthilfe-Anbindung erwartet — beides hat 888sport nicht.
Winz.io
Winz.io ist ein weiterer Anbieter in der Gruppe „ohne österreichische Bewilligung“. Auf der englischen Seite gibt Winz.io sowohl Anjouan- als auch Tobique-Lizenz an, auf der deutschen Seite nur Tobique. Die Lizenznummer Tobique 0000002 ist auffällig niedrig, was Fragen aufwirft, aber kein Urteil über die Plattform selbst ist. Auch hier ist die österreichische Bewilligung nicht gegeben.
Die Plattform ist eher Casino-lastig, mit Sportwetten als Anhängsel. Wer dort wettet, sollte genau prüfen, welche Märkte verfügbar sind und welche Limits gelten. Für wen der Anbieter passt: Wer eine Casino-Plattform mit angeschlossenen Sportwetten sucht und mit Lizenzen aus kleinen Jurisdiktionen kein Problem hat. Für wen nicht: Wer eine spezialisierte Sportwetten-Plattform mit klarer Lizenz erwartet — Winz.io ist eher ein Casino-Anbieter mit Wettfunktion.
Wie man die Wettgebühr und eine Wette selbst nachrechnet
Wer wissen will, was eine Wette real bringt, rechnet zwei Dinge aus: den Bruttogewinn und den Nettogewinn nach Wettgebühr. Der Bruttogewinn ist Einsatz × Quote. Bei 20 € auf Quote 2,50 sind das 50 € Brutto. Der Nettogewinn ist Bruttogewinn − Einsatz = 30 € (das, was der Spieler „gewonnen“ hat). Bei tipp3 werden von diesem 30 € Gewinn 5 % abgezogen, also 1,50 €. Der ausgezahlte Betrag ist also nicht 50 €, sondern 48,50 €. Bei einem Anbieter, der die Gebühr in die Quote einpreist, wäre die Quote 2,50 von vornherein niedriger, etwa 2,375, und das Ergebnis dasselbe.
Wer eine Kombiwette rechnet, multipliziert die Quoten der Einzelwetten. Drei Wetten zu 1,80, 2,10 und 2,50 ergeben 1,80 × 2,10 × 2,50 = 9,45. Bei 10 € Einsatz ist der Bruttogewinn 94,50 €, der Gewinn 84,50 €. Davon 5 % Wettgebühr auf den Gewinn sind 4,225 €. Bei tipp3 wären das 4,22 € Abzug, ausgezahlt 90,28 € (gerundet). Das ist die Mechanik hinter jeder Wette. Wer die Mechanik versteht, versteht auch, warum Kombiwetten mit vielen Tipps oft hohe Quoten tragen, aber die Marge des Anbieters mit jedem Tipp wächst.
Was die Marge angeht, ist die Faustregel: Je ausgeglichener das Ereignis, desto näher an 100 % die Summe der Kehrwerte der Quoten, desto kleiner die Marge. Bei einem klaren Favoriten ist die Summe weiter weg von 100 %, die Marge größer. Der Anbieter schlägt also auf den wahrscheinlichen Ausgang weniger auf als auf den unwahrscheinlichen. Wer das weiß, vergleicht Quoten verschiedener Anbieter auf identischen Märkten und achtet darauf, wo die Auszahlungsquote am höchsten ist.
Worauf man bei der Anbieterwahl achten sollte
Wer zwischen mehreren Anbietern steht, sollte vier Dinge prüfen. Erstens die Lizenz: Hat der Anbieter eine österreichische Landesbewilligung? Wenn ja, von welchem Land, und unter welchem Gesetz? Wenn nein: Welche Lizenz wird stattdessen genannt, und in welcher Jurisdiktion liegt die Beschwerdestelle? Zweitens die Limits: Welche Einzahl-, Einsatz- und Verlustlimits gelten, und in welchem Zeitraum? Wer mit kleineren Beträgen wettet, sollte auf das wöchentliche Limit achten, wer mit größeren auf das tägliche. Drittens die Wettgebühr: Wie behandelt der Anbieter die 5 %? Wird sie vom Gewinn abgezogen, in die Quote eingepreist, vom Anbieter getragen? tipp3 ist hier offen, andere Anbieter sind es weniger. Viertens der Spielerschutz: Gibt es eine Selbstsperre, eine Spielpause, eine 72-Stunden-Sperrfrist für Limit-Erhöhungen? Das sind die Punkte, an denen man Anbieter wirklich vergleicht — nicht am Logo, nicht am Bonus-Versprechen.
Was den Bonus angeht, ist die Grundregel: Je größer der Bonus, desto länger die Umsatzbedingungen. 100 % auf 200 € mit 10-fachem Umsatz sind 2.000 € Einsatz, der durchgesetzt werden muss. Bei 1,80 Mindestquote und einer typischen Marge von 6 % sind das 120 € erwarteter Verlust. 60 % vom Bonus landen im statistischen Mittel beim Anbieter. Das ist nicht „gratis“, das ist eine Wette mit negativer Erwartung, die durch den Bonus kompensiert wird.
Bei den Livewetten ist die Lage ähnlich. Wer live wettet, hat im Schnitt schlechtere Quoten als vor dem Spiel, weil der Anbieter die Latenz nutzt. Wer trotzdem live wettet, sollte die Quote sofort prüfen, sich nicht vom Tempo der Plattform treiben lassen und Cash-Out nutzen, wenn er eine Wette vorzeitig schließen will — vorausgesetzt, der Cash-Out-Preis ist akzeptabel. Bei tipp3 sind Cash-Out-Gewinne von der 5-Prozent-Gebühr ausgenommen, was ein Vorteil gegenüber Anbietern ist, die den Abzug auch auf Cash-Out anwenden.
Wer mit ausländischen Anbietern wettet, hat zusätzliche Themen. Die österreichische Wettgebühr wird zwar erhoben, aber wer sie tatsächlich abführt, ist nicht in jedem Fall transparent dokumentiert. Wer einen österreichischen Anbieter wählt, hat diese Frage mit dem Anbieter direkt geklärt. Wer einen ausländischen wählt, sollte darauf achten, dass der Anbieter die österreichische Wettgebühr korrekt behandelt und nicht im Kleingedruckten versteckt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Sportwetten sind in Österreich kein Glücksspiel im bundesrechtlichen Sinn, sie sind nach den Wettgesetzen der neun Bundesländer zugelassen. Die Wettgebühr beträgt seit dem 1. April 2025 5 % vom Einsatz, die Entrichtung erfolgt durch den Anbieter, die Überwälzung ist dessen Sache. Eine österreichische Bewilligung haben tipp3, win2day (Sportsmení), Starsportwetten, Vierklee, Admiral und Merkur Bets — alle ausgestellt von verschiedenen Landesregierungen. Ohne österreichische Bewilligung, aber in Österreich verfügbar, sind 20Bet, Drakaris, 888sport und Winz.io. Deren Lizenzen liegen in Anjouan, Costa Rica/Tobique, Gibraltar und Tobique.
Wer in Österreich wettet, sollte wissen, dass es keine nationale Sperrdatei gibt, dass Limits und Selbstsperren je Anbieter funktionieren, dass die Wettgebühr auf Gewinne (je nach Anbieter) erhoben wird und dass Livewetten je nach Bundesland unterschiedlich definiert sind. Wer Bonusbedingungen annimmt, sollte den Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist lesen, bevor er den Bonus einlöst. Wer mit einem Anbieter ohne österreichische Bewilligung wettet, sollte wissen, dass er keine österreichische Beschwerdestelle hat.
Häufige Fragen zu Sportwetten in Österreich
Sind Sportwetten in Österreich legal und wer erteilt die Bewilligung?
Sportwetten sind nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs kein Glücksspiel im bundesrechtlichen Sinn und fallen nicht unter das Glücksspielgesetz. Bewilligungen erteilen die Landesregierungen der neun Bundesländer auf Grundlage der jeweiligen Wettgesetze. Eine nationale Lizenz oder ein nationales Register existiert nicht, weshalb die Bewilligung jeweils beim Anbieter zu prüfen ist.
Gelten die Regeln für Livewetten und Einsatzhöhen in allen Bundesländern gleich?
Nein, die Regeln unterscheiden sich. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich nur auf numerische Zwischenergebnisse sowie auf „wer schießt als Nächstes“. Der maximale Einsatz pro Wette liegt in Oberösterreich und Niederösterreich bei 500 €, in Wien an Terminals ohne Counter bei 50 € pro Schein. Für andere Bundesländer sind konkrete Limits beim Anbieter zu erfragen.
Seit wann beträgt die Wettgebühr 5 % und wer schuldet sie?
Seit dem 1. April 2025 fällig, geregelt in § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG. Davor lag der Satz bei 2 %. Die Gebühr schuldet der Anbieter, der die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt. Die Überwälzung ist Sache des Anbieters: tipp3 zieht 5 % vom Gewinn ab, andere Anbieter internalisieren die Gebühr direkt in ihrer Quote.
Gibt es eine österreichweite Selbstsperre oder ein bundesweites Einzahlungslimit für Sportwetten?
Nein. Selbstsperren und Limits gelten pro Anbieter, nicht bundesweit. Das Glücksspielreformgesetz 2026 sieht ein Sperrregister und ein Limitregister für das GSpG-Glücksspiel vor, Sportwetten sind in beiden nicht enthalten. Solange der Entwurf nicht beschlossen ist, bleibt der Spielerschutz eine Sache der einzelnen Anbieter.
Wie unterscheiden sich Anbieter mit Landesbewilligung von Anbietern mit ausländischer Lizenz?
Anbieter mit Landesbewilligung unterliegen der österreichischen Aufsicht und haben Beschwerdestellen bei den Landesregierungen. Anbieter mit ausländischer Lizenz haben keine österreichische Aufsicht; ihre Beschwerdestellen liegen im Ausland (z. B. Malta, Gibraltar). Ob ein Anbieter „sicherer“ ist, hängt von persönlichen Prioritäten ab, nicht von einer pauschalen Bewertung, da auch ausländische Lizenzen Lizenzgebühren und Auflagen erfordern.
Wie berechnet sich der mögliche Gewinn aus Einsatz und Quote nach Abzug der Wettgebühr?
Der Bruttogewinn ist Einsatz × Quote. Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 sind das 20 €. Davon wird der Einsatz abgezogen, der Gewinn ist 10 €. tipp3 zieht von diesem Gewinn 5 % ab, also 0,50 €. Der ausgezahlte Betrag ist 19,50 €. Bei Cash-Out-Gewinnen entfällt der Abzug. Bei Anbietern, die die Gebühr in die Quote einpreisen, ist die Quote von vornherein um die Gebühr reduziert, der Effekt für den Kunden identisch.
Dieser Beitrag wurde vom Team von Handballwetten Info erstellt.
